Studierendenwiki

(Tina Maiwald)

Sind Bankberater gierig, karrieregeil und weltfremd? Geht es Bankberatern lediglich um den eigenen Bonus? Stehen die Bedürfnisse des Kunden nicht im Vordergrund, wenn es um den Verkauf von Bankdienstleistungen geht?

Hast du dir diese Fragen schon einmal gestellt? Oder hast du in deinem Familien- oder Freundeskreis den einen oder anderen so reden hören?

Seit der Finanzkrise hat es den Anschein, dass der Ruf von Bankern und Bankberatern gelitten hat. Medien behaupten, dass das Vertrauen der Kunden in die Beratung seitdem gesunken sei. Bei manchen Kunden sogar komplett verloren gegangen sei. Doch ist diese Kritik gerechtfertigt? Hier erfährst du es!

https://www.youtube.com/watch?v=jL_vI9z0WEE

Dieser kurze Filmausschnitt verdeutlicht in einer überspitzten Art und Weise folgendes: Anlageberater sind einem Druck ausgesetzt. Die Erwartungen der Führungskräfte an die Berater sind hoch, denn schließlich hängt der Erfolg einer Bank unter anderem von dem Verkauf von Finanzprodukten ab. Und wessen Hauptaufgabe ist es, Bankprodukte zu verkaufen? Das ist die wesentliche Aufgabe des Anlageberaters. Aufgrund eines zunehmenden Ertragdenkens baut nicht nur die Führungsebene einen Leistungsdruck auf. Auch der Kunde stellt an den Berater Anforderungen, die diesen Druck erhöhen.

Es ist festzustellen, dass aufgrund der Finanzkrise das Vertrauen der Bürger in die Bankenbranche gelitten hat. Allerdings darf man das Vertrauen in die Branche nicht mit dem Vertrauen in die eigene Bank gleichstellen. Das Vertrauen in die Bankenbranche hat bei knapp 50% der Bevölkerung angesichts der Finanzkrise gelitten. Jedoch nur elf Prozent der Bürger haben bezüglich dessen weniger Vertrauen in die eigene Bank. Und auch folgende Studie verdeutlicht, dass Kunden mit der Beratung ihrer eigenen Bank bei Geldanlagen zufrieden sind.

Statista

Man sollte sich also fragen, ob eine derart negative Darstellung des Beraterimages in der Öffentlichkeit (Zeitungen, Nachrichten im Fernseher, …) zu verantworten ist und diese bewusst kritisch hinterfragen.

Es steht außer Frage, dass Kreditinstitute in der Vergangenheit aufgrund von zu hoher Risikobereitschaft, Manipulationen oder auch Schieflagen nicht immer glänzen konnten. Meldungen darüber in Zeitungen oder im Fernseher machten es den Banken ferner nicht leicht, ihren Imageschaden zu beheben. In diesem Zusammenhang ist es dennoch wichtig zu erwähnen, dass sich die Kreditinstitute ihrer Fehler bewusst sind und an ihrem Image arbeiten.

Vielleicht kommt dir folgende Szene eines Werbespots bekannt vor: An einem frühen Morgen in Frankfurt am Main joggt eine Frau mit grauen Kapuzenpulli durch die Straßen der deutschen Finanzmetropole. Die Joggerin heißt im echten Leben Lena Kuske und ist Filialleiterin der Commerzbank in Rothenbaum, Hamburg.

Doch was genau will die Commerzbank mit diesem Werbespot erreichen? Was hat eine Joggerin, mit der Welt der Finanzen zu tun?

/watch?v=3DWsMCLiUms

Die Commerzbank übt harte Selbstkritik und spricht begangene Fehler offen an. Das Kreditinstitut beabsichtigt einen Wandel bezüglich der bisherigen Geschäftspolitik. Das Vertrauen der Bürger in die Commerzbank soll zurückgewonnen werden und die Glaubwürdigkeit erhöht werden. Dieser Werbespot zielt darauf ab, das Image des Kreditinstituts zu verbessern.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Ruf der Bankenbranche in Folge der Finanzkrise gelitten hat. Das Vertrauen in die eigene Bank ist jedoch deshalb bei den Bürgern nicht verloren gegangen. Es bedarf bei der Bewertung des Beraterimages also eine Diversifizierung hinsichtlich Bankenbranche und eigene Bank. Dies zeigt auch, dass die Bürger den Wert einer kompetenten Beratung durch ihren Bankberater weiterhin schätzen. Zudem haben Kreditinstitute ihre Fehler erkannt und bekennen sich dazu öffentlich (vergleiche Commerzbank Werbespot). Diese Einsicht verleiht den Bankhäusern Wahrhaftigkeit und demonstriert, dass sie in der Lage sind, gestärkt aus der Situation hervorzutreten. Ein Imagewandel ist demnach in vollem Gange und ein derart schlechter Ruf der Bankberater definitiv nicht länger zu vertreten.

So viel zu dem Beraterimage. Es wird Zeit, dass du etwas über die Bankberatung im digitalen Wandel erfährst (Kapitel 2).

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