Studienalltag

8:00

Hi, ich bin Marcel Brummer, 19 Jahre alt und durchlaufe das Duale Studium „Betriebswirtschaftslehre Bank“. Beim Dualen Studium wechselt man ca. alle 3 Monate zwischen einer Theoriephase in Mosbach an der DHBW (= Duale Hochschule Baden-Württemberg) und einer Praxisphase in der Sparkasse Kulmbach-Kronach.

Im Grunde genommen studiere ich BWL mit ein paar bankspezifischen Modulen, wie z.B. „Bargeldloser Zahlungsverkehr“ oder „Geld- und Vermögensanlagen“. Zurzeit befinde ich mich in Mosbach im 2. Semester. In jedem Semester werden andere Inhalte vermittelt und am Ende werden zu den jeweiligen Fächern Prüfungen geschrieben, bevor man wieder zu seinem Ausbildungsbetrieb zurückkehrt. Wieder angekommen in der Sparkasse durchlaufe ich hier zahlreiche Bereiche, die euch meine Kollegen an den anderen Tagen näher zeigen.

Im Laufe des Tages werde ich euch Einblicke in die Themen des Studiums geben und euch die Duale Hochschule etwas näher zeigen.

Falls Fragen auftauchen, einfach unter dem jeweiligen Beitrag einen Kommentar verfassen – Viel Spaß!

8:30

Neuer Standort

Seit diesem Semester ist der Studiengang BWL-Bank in einem neuen Gebäude. Hier gibt es nicht nur „einfache“ Vorlesungsräume sondern auch Sitzecken und Finance Labs. Finance Labs sind kleine Arbeitsräume, in denen man sich austauschen und zusammenarbeiten kann. Ausgestattet sind die Räume mit Whiteboards und mit einem vernetzten Computer, mit dem man die Möglichkeit hat, mit seinem Endgerät (z.B. Smartphone) etwas an das Whiteboard zu projizieren. Das alles ist mit frei zugänglichen WLAN ausgestattet, sodass man mit allen möglichen Endgeräten recherchieren und lernen kann.

Aber zunächst beginne ich den Tag in einem „klassischen Vorlesungsraum“. Welche Vorlesung heute ansteht, erfahrt ihr gleich…

9:00

Wertschöpfung? Was ist das?

Heute steht „Grundfunktionen der betrieblichen Wertschöpfung“ als Vorlesung am Vormittag auf dem Plan. Um Wertschöpfung zu verstehen, wird uns die Vorlesung aus Sicht der Industrie oder besser gesagt des produzierenden Gewerbes präsentiert.

Doch zunächst: Was ist Wertschöpfung überhaupt? Ein Teil der Erklärung steckt schon im Wort, man „schafft Wert“. In der Theorie steckt man etwas in eine Produktion (Input) und bekommt am Ende etwas Wertvolleres heraus (Output). In der Praxis ist das dann viel einfacher zu verstehen. Stellt euch vor, man gewinnt Eisenerz aus einem Berg und macht daraus z.B. Karosserie-Teile für ein Auto. Als Input hat man nun das nicht gerade wertvolle Eisenerz und als Output wertvolle Karosserie-Teile. Aber nicht alleine Produktion kann man als Wertschöpfung bezeichnen. Veredelung, Prozess-Optimierung und Transformation ist ebenso ein Faktor davon.

 

10:00

Wertschöpfende Aktivitäten

Nachdem wir geklärt haben, was Wertschöpfung überhaupt ist, werden wir in sechs Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe wird einem Start-Up Unternehmen zugeteilt. Es gibt z.B. „eMetric“, welches innovative Batterieschnellladesysteme für elektrisch betriebene Fahrzeuge entwickelt. Oder „Nautisweet“, welches neuartigen Süßstoff aus Meeresalgen herstellt.

Meine Gruppe hat das Unternehmen „Carbondy“. Wir stellen ultraleichte und feste Karosserie- und Strukturelemente aus Carbon her. Als nächstes sollen wir uns überlegen, welche Aktivitäten überhaupt notwendig sind, damit das Unternehmen reibungslos läuft.

Diese Aktivitäten bezeichnen wir als wertschöpfende Aktivitäten. Der Anfang ist mit der Geschäftsführung getan. Dann fallen uns weitere Aktivitäten wie Beschaffen von Produktionsmaterialien, Vertrieb, Marketing, Personal, Forschung und Entwicklung, Controlling, Produktion und noch ein paar mehr ein.

 

11.00

Obwohl alle sechs Gruppen verschiedene Start-Up Unternehmen haben, hatte am Ende jede Gruppe die gleichen Aktivitäten. Nun kommen wir zu dem Punkt, wo sich die Unternehmen aber trotzdem unterscheiden. Die Reihenfolge der Aktivitäten ist entscheidend! So kann unser Unternehmen erst produzieren, nachdem wir Marketing betrieben haben und auf Kundenwunsch produzieren können. Andere Unternehmen hingegen können direkt mit der Produktion anfangen.

Zum Ende der Vorlesung ordnen wir die wertschöpfenden Aktivitäten dann noch in zwei Kategorien an. Produktion, Liefern, Beschaffen von Material etc. sind primäre Aktivitäten. Diese sind direkt daran beteiligt, dass das produzierte Gut an Wert gewinnt.

Unterstützende Aktivitäten dagegen sind nicht direkt daran beteiligt. Und wer hätte es gedacht? Eine Unternehmensführung zählt zu den unterstützenden Aktivitäten.

12:00

Pause!

Auch ich muss mal Pause machen und durchschnaufen.

Solange ich in der Pause bin und etwas in der Mensa esse, könnt ihr euch mal anschauen, was es hier in Mosbach alles zu entdecken gibt.

http://www.mosbach.de

Ich melde mich um 13:00 Uhr zurück.

 

13:00

Hier bin ich wieder!

Weiter geht es mit einer Vorlesung über Geld- und Vermögensanlage. Diese wird in einer neuen Art stattfinden. Nicht einfach nur noch zuhören und mitschreiben sondern die Themen werden in Gruppenarbeit erarbeitet. Durch die neue Infrastruktur im neuen Gebäude ist dies nun gut umsetzbar. Zuerst wird uns das neue „Lehrsystem“ erklärt. Hierfür sollen wir uns in Gruppen mit je fünf Leuten aufteilen. Ziel ist es, Wissen zu bestimmten Themen zu sammeln und in Beiträgen festzuhalten, welche für nachfolgende Studierende als Wissensbasis dienen sollen sowie einfach und verständlich erklärt sein sollen.

14:00

Los geht´s!

Nun geht es an die erste Arbeit. Meine Gruppe hat das Thema „Anlageberatung in rechtlicher Hinsicht“. Nun arbeiten wir gemeinsam in der Gruppe und nutzen dazu die Sitzecken oder die Finance Labs. Die Recherche erfolgt über unsere selbst mitgebrachten Endgeräte. Zur ersten Recherche reicht jedem erstmal das Smartphone aus. Wir nehmen uns eine Stunde Zeit und suchen erstmal Informationen zu dem Thema. Hier seht ihr unsere Stoffsammlung:

15:00

Endspurt!

Zum Ende der Vorlesung verteilen wir noch Aufgaben für die zukünftigen Vorlesungen und auch für die Arbeit zu Hause. Einer managt das Projekt der Gruppe und gibt die Vorgehensweise vor. Ein anderer kümmert sich um einen VPN- Zugang zur Digitalen Bibliothek der DHBW. VPN heißt „Virtuelles Privates Netzwerk“ und man kann es sich als einen Tunnel im Internet vorstellen. Somit hat man mit dem heimischen Rechner direkten Zugriff auf die Bibliotheks-Dateien, ohne dass ein anderer darauf zugreifen kann. Zusätzlich haben wir einen Ordner in einer Cloud angelegt, sodass jeder auf die Daten aller in der Gruppe zugreifen kann. Jeder der fünf recherchiert nun zu einem Stichpunkt zu Hause und stellt die Ergebnisse online.

Damit das Projekt auch gelingt, wird am Ende jeder Vorlesung das Vorgehen jeder einzelnen Gruppe besprochen.

 

 

 

16:00

Und wie war es, einen Tag lang ein Dualer Student der Sparkasse zu sein?

Ich hoffe es hat Spaß gemacht und ich konnte euch gute Einblicke geben.

Viel Freude noch beim Digitalen Praktikum und vielleicht sieht man sich ja bald mal bei uns in der Sparkasse!

Tschüss!

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